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Rückblick auf das Forum Gute Schulen Zug

Das Amt für gemeindliche Schulen und die Schulpräsidenten- und Rektorenkonferenz hatten am Samstag 11. Mai 2019 zum 12. Forum Gute Schulen zum Thema „Beurteilung“ eingeladen. Gäste waren der Bildungsdirektor Stephan Schleiss, die Mitglieder des Bildungsrats, der Bildungskommission und der Schulkommissionen sowie die Rektoren der gemeindlichen Schulen und der PHZug, Abteilungsleitende des AgS und Vertreter von LVZ, VSL Zug.

Im Zentrum der Tagung standen ein Referat von Dr. Markus Roos, Workshops zu den Grundsätzen von B&F mit anschließender Plenumsdiskussion. Tagungsthema: Wie kommt die Leistung ins Zeugnis?

DR. Markus Roos verstand es hervorragend mit seinem anspruchsvollen und spannenden Referat die vielfältigen Spannungsfelder der Leistungsbeurteilung durch Noten im Schulkontext aufzuzeigen. Anschaulich gelang es ihm, die bestehenden und neuen Gütekriterien für wissenschaftliche Messungen zu vermitteln und die damit verbundenen Ansprüche an genaue und umfassende Beurteilung zu klären. Eindrücklich flocht er die damit verbundenen Widersprüche und Schwierigkeiten ein, belegt durch Studien und empirische Forschungsergebnisse.

Hier ein Auszug aus seiner Präsentation als Gegenüberstellung: Was können Noten leisten?

  • Noten sind für die Lehrpersonen – verglichen mit anderen Formen der Beurteilung – mit relativ geringem Aufwand verbunden.
  • Untersuchungen zeigen, dass die Noten die Rangreihenfolge der Kinder innerhalb einer Klasse erstaunlich gut abbilden.
  • Noten dienen den Eltern als «Frühwarnsystem».
  • Als Zahl sind die Noten scheinbar eindeutig und klar verständlich (5 ist besser als 4).
  • Mit Noten «kann man» rechnen und ver-gleichen – sie sind praktisch.
  • Noten können (auf leistungsfähige Kinder) motivierend wirken.
  • Noten erleichtern eine reibungslose Selektion, weil die Eltern (und manche Lehrpersonen) daran glauben – so sichern sie den sozialen Frieden.
  • Noten gewöhnen die Kinder an den Wettbewerb in einer sog. Leistungs-gesellschaft (abnehmende Schulen, Arbeitsmarkt).
  • Noten dienen als Signal, dass es in der Schule um Leistung geht (keine «Kuschel-pädagogik»).
  • Noten sind uns vertraut, haben Tradition

Was können Noten nicht leisten?

  • Noten haben einen Messfehler von ca. +/- eine Note: Eine Fünf kann also auch eine Drei sein (bei anderem Unterricht, anderer Überprüfung, anderer Lehrperson, anderer Tagesform usw.).
  • Sobald eine Note das Schulzimmer verlässt, verliert sie ihren Wert weitgehend, weil sie nicht mit Noten anderer Klassen, Gemeinden, Kantone, Länder vergleichbar ist (keine Eichung).
  • Noten sind scheingenau und liefern keine sachliche (objektive, reliable, valide) Begründung für Selektionsentscheide.
  • Noten können die Kinder nicht für die Sache begeistern (intrinsische Motivation) oder alle Kinder – auch die schwächeren – motivieren.
  • Noten machen keine Aussage, was ein Kind wirklich kann (was kann ein Viertklässler mit einer 5 im Sport am Reck?) und wie es sich verbessern könnte.
  • Noten sind mit sehr vielen Funktionen (Motivation, Bilanz, Selektion, Feedback, Druckmittel...) überfrachtet, so dass sie am Ende keine Funktion erfüllen.
  • Noten leiten die Lehrperson nicht dazu an, genau hinzuschauen.
  • Noten führen tendenziell zu einer Verengung des Unterrichts, weil sich Lehrpersonen genötigt fühlen, v.a. leicht Prüfbares zu unterrichten.

Zusammengefasst darf man sagen, dass die Note im Zeugnis Auskunft darüber gibt, was die Lehrperson unter Leistung versteht. Gleichzeitig liefert sie aber auch Informationen darüber, wie streng eine Lehrperson beurteilt, wie gut die Klasse ist, welchen sozialen Hintergrund ein Kind hat und vieles mehr. Wobei der Anteil der zuletzt genannten Komponenten im Einzelfall unklar bleibt. Als Folge der ungenauen und subjektiven Anteile einer Note propagiert Markus Roos, die Noten als auf eine Ziffer verdichtete Gutachten von Lehrpersonen zu betrachten. In Workshops, von den Rektoren oder Schulleitenden der einzelnen Gemeinden geleitetet, setzten sich die Teilnehmer mit den Grundsätzen von „Beurteilen und Fördern“ auseinander. In der anschließenden Diskussion im Plenarsaal in Form einer Fishbowl-Podiumsdiskussion zum Themenkreis der Beurteilung und der Noten konnte jedermann sich mit Fragen und Statements (mittels Smartphone) beteiligen. Der gut besuchte Anlass, inhaltlich reich befrachtet zu einem permanent aktuellen Thema der Volksschule schloss mit Zeit für persönliche Gespräche bei einem Apéro riche.

Zum zehnjährigen Jubiläum der Lohnstagnation

Die Einstiegslöhne der Lehrpersonen im Kanton Zug haben sich seit 10 Jahren nicht verändert und sind aufgrund der leicht negativen Teuerung auf den Franken genau unverändert geblieben. Zentralplus hat einen Bericht zu diesem Thema verfasst.

Pikant: Die Lebenshaltungskosten im Kanton Zug sind heute spürbar höher, da Wohneigentum und Mieten in diesem Zeitraum überdurchschnittlich stark gestiegen sind.

Bericht von Zentralplus

Streichung Familienzulage

Streichung Familienzulage

An der Aussprache zwischen den Personalverbänden und der Regierung vom 22. Mai 2017 wurden die Personalverbände darüber informiert, dass zwei Kommissionen des Kantonsrates ohne Vorwarnung die Streichung der Familienzulage empfahlen. Anstelle einer redaktionellen Änderung waren die vorberatenden Kommissionen der Ansicht, man können die Familienzulage ersatzlos streichen.

Da die Personalverbände entgegen der gesetzlichen Pflicht bei der Mitsprache übergangen worden waren, haben wir die Kantonsräte persönlich angeschrieben. Am 15.9. erhielten die Personalverbände nachträglich Gelegenheit, ihre Argumente für eine Beibehaltung der Familienzulage vor der Ad-hoc Kommission einzubringen. Die Familienzulage ist aus unserer Sicht kein Zuger Finish, da die Mehrheit der Kantone vergleichbare Zusatzleistungen kennt. Die teuren Wohnkosten sind für Familien mit ihrem höheren Platzbedarf oftmals eine finanzielle Herausforderung. Die Familienzulage schafft diesbezüglich mindestens teilweise einen Ausgleich.

Bericht vom 28.5.2017 von Zentralplus.ch

Bericht der Neuen Zuger Zeitung vom 30.11.2017 (PDF 670 KB)

Anfang 2018 hat der Kantonsrat schliesslich die Beibehaltung der Familienzulage beschlossen und damit ein positives Signal an die Adresse der Angestellten gesendet.

Medienmitteilung zum Sparpaket 2018

Medienmitteilung vom 8.10.2017 (PDF 357 KB)

Sorge zur Schulqualität im Kanton tragen

Leserbrief von Barbara Kurth vom 7. September 2017 (PDF 47 KB)

Vorstoss für Leistungslohn abgewiesen

Am 31. März 2016 hat der Kantonsrat eine Motion und ein Postulat der Kantonsräte Peter Letter, Philip C. Brunner, Daniel Thomas Burch, Daniel Marti, Thomas Meierhans, Karl Nussbaumer, Cornelia Stocker und Silvia Thalmann überwiesen.

Die Forderung lautet, dass die Lohnstufen der gemeindlichen Lehrpersonen und der kantonalen Lehrpersonen zu halbieren seien. Zudem soll der automatische Lohnanstieg abgeschafft werden.

Der LVZ lehnt diese Forderungen in aller Form ab. Die Motionäre greifen damit die Lohnentwicklung der Lehrpersonen frontal an. Der Kanton Zug wäre für die Lehrpersonen der Volksschule im kantonalen Vergleich nicht mehr attraktiv. Bezüglich der Absichten machen die Motionäre eines klar; es soll auf Kosten des Personals gespart werden. Die Attraktivität der Zuger Gemeinden und des Kantons als Arbeitgeber und die Qualität der Zuger Schulen werden mit keinem Wort erwähnt.

"Pay for performance" lautete die Devise in den 90er Jahren des letzten Jahrhundert. Aus der Motivationsforschung weiss man heute, dass Leistungslöhne nicht zu besseren Leistungen führen. Sie führen im Gegenteil dazu, dass nicht mehr die ganze Arbeitsenergie für die eigentliche Aufgabe genutzt wird und man sich stattdessen mehr auf messbaren Kriterien fokussiert. In der Pflege wären das Formulare, anstelle von Gesprächen mit Patienten. Und in der Schule? Woran bemisst sich die Performance einer Lehrperson? An ihrer Beliebtheit, an der Anzahl Überweisungen an weiterführende Schulen, an den Arbeitsblättern, am Auftreten, an den vielen kleinen Handlungen und Interaktionen des Schulalltags oder daran, wiel lange abends noch das Licht im Schulzimmer brennt?

Es ist offensichtlich, dass nicht alle Kriterien gleich gut objektiviert werden können und es ist ebenfalls offensichtlich, dass die messbaren Kriterien unmöglich die Leistung einer Lehrperson umschreiben können.

Erfahrungen aus anderen Kantonen haben gezeigt, dass Leistungslöhne die Qualität nicht zu steigern vermögen. Sie führen zu Unzufriedenheit innerhalb der Teams. Zudem leidet die Zusammenarbeit innerhalb der Lehrerteams. Innovative Lehrpersonen wären weniger bereit, ihre Ideen und Materialien mit dem Team zu teilen, damit die Anerkennung der Schulleitung auch tatsächlich ihnen zugute kommt. Wo in Teams gearbeitet wird, führen Leistungslöhne zu schlechteren Ergebnissen, zumal die Teammitglieder regelrecht aufgefordert werden, auf den eigenen Vorteil zu achten.

An der Kantonsratssitzung vom 27. Oktober 2016 wurde das Postulat "Abschaffung der Automatismen bei der Beförderung der kantonalen Lehrpersonen sowie der Mitarbeitenden der Zuger Polizei" als nicht erheblich erklärt. An der Kantonsratssitzung vom 4. Mai 2017 wurde auch die Motion im Kantonsrat mit 41 zu 23 Stimmen als nicht erheblich erklärt. Der Rat war der Ansicht, dass die Kosten für eine seriöse Leistungsbeurteilung in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen würde. Entsprechende Lohnsysteme aus anderen Kantonen haben dies mehrfach gezeigt.

Motion Abschaffung der Automatismen bei der Beförderung der gemeindlichen Lehrpersonen (PDF 83 KB)

Pressebericht in der Neuen Zuger Zeitung "Lehrerlöhne entsetzen Lehrpersonen" vom 15. Mai 2016 (PDF 118 KB)

Leserbrief von Kantonsrat Zari Dzaferi Ist das wirklich kluges Sparen? vom 19. Mai 2016 (PDF 45 KB)

Zeitungsbericht aus dem Kantonsrat "Die Lehrerlöhne sind einmal mehr ein Streitobjekt" vom 6. Mai 2017 (PDF 648 KB)

Fremdsprachen: Mehr Lektionen bringen bessere Ergebnisse

Fremdsprachen: Mehr Lektionen bringen bessere Ergebnisse

Die Zuger Schülerinnen und Schüler schneiden in Englisch erfreulich gut ab. In Französisch werden die Lehrplanziele nicht wie erwünscht erreicht. Die Kinder fühlen sich beim Lernen der Fremdsprachen nicht überfordert. Im direkten Zentralschweizer Vergleich schneiden die Zuger Schülerinnen und Schüler besser ab.

 

Das sind in Kürze die Ergebnisse der Evaluation der Fremdsprachen. Genauere Ergebnisse finden sich in der Medienmitteilung der Direktion für Bildung und Kultur sowie im Bericht in voller Länge.

 

Medienmitteilung vom 1. April 2016 (PDF 87 KB)

 

Bericht der BKZ-Evaluation Fremdsprachen 2014-2016 sowie der Zusatzerhebungen des Kantons Zug (PDF 323 KB)

Das Entlastungspaket 2 vom Volk verworfen

Am 27. November 2016 wurde über das Entlastungspaket 2 abgestimmt. Mit über 52 % lehnten die Zugerinnen und Zuger das Paket ab. Acht von elf Gemeinden lehnten die Vorschläge der Regierung und des Kantonsrats ab.

Der LVZ unterstützte die Allianz für ein lebenswertes Zug und unsere Präsidentin Barbara Kurth präsidierte die Allianz mit viel Engagement.

Die Ablehnung ist ein klares Signal der Bevölkerung an die Regierung und den Kantonsrat. Die Finanzen sollen mit der nötigen Rücksicht gegenüber Bedürftigten aber auch gegenüber den Angestellten des öffentlichen Dienstes und unter Einbezug von Mehreinnahmen ins Lot gebracht werden.

Bericht zum Abstimmungsergebnis von zentralplus

 

 

Befragungen belegen die sehr gute Schulqualität im Kanton Zug

Artikel der Zuger Zeitung vom 3. Mai 2016 (PDF 52 KB)

Zusätzliche Klassenlehrerstunden ab Schuljahr 2016 / 2017

Ein Meilenstein in der Geschichte des LVZ: Der Kantonsrat hat die Klassenlehrerstunde in der 2. Lesung mit 46:29 Stimmen bestätigt! Das Resultat war in der 1. Lesung noch sehr knapp. Zudem stellte die FDP für die 2. Lesung einen Antrag auf Ablehnung der zusätzlichen Entlastung der Klassenlehrpersonen. Dies veranlasste den LVZ mit zahlreichen Politikern vorgängig das Gespräch zu suchen, Leserbriefe zu schreiben und an der heutigen Kantonsratssitzung allen Kantonsräten eine Botschaft und ein Buchstabenbrötchen an den Platz zu legen.Ab Schuljahr 2016-2017 erhalten somit die Klassenlehrpersonen der Primar- und Oberstufe eine zweite Lektion als Entlastung für ihre Aufgabe als Klassenlehrperson. Die Kindergartenlehrpersonen erhalten immerhin 30 Minuten. Da die Unterrichtsverpflichtung im Kindergarten tiefer ist als in der Primarschule, werden diese 30 Minuten zum Pensum aufaddiert. Die Unterrichtszeit bleibt unverändert.Der LVZ dankt allen Politikerinnen und Politikern, welche mit ihrer Zustimmung ihre Anerkennung der Arbeit der Klassenlehrpersonen zum Ausdruck gebracht haben.

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