Aktuelles

Umwandlung der TREZ und andere gewerkschaftlichen Kernthemen

Zwischen der Regierung und den Personalverbänden finden mindestens zwei Aussprachen pro Jahr statt. Im letzten Vereinsjahr fanden am 4. November 2019 und 11. Mai 2020 ordentliche Aussprachen statt. An der ersten Sitzung vom 4. November wurde die Reallohnforderung von 2.5 % besprochen, welche vom Staatspersonalverband, dem Verband Zuger Polizei und dem LVZ am 25. Juni 2019 öffentlich bekannt gegeben wurde. Regierungsrat Heinz Tännler schlug vor, dieses Thema gemeinsam mit dem Projekt Anstellungsbedingungen zu behandeln.

Das Projekt Anstellungsbedingungen befindet sich in einer frühen Phase und viele Detailfragen müssen erst noch geklärt und Gesetzestexte erarbeitet werden. Da wir vertrauliche Informationen noch nicht publik machen dürfen, zitieren wir die Projektbeschreibung des Kantons:

«Seit Juni 2019 läuft das Projekt Anstellungsbedingungen. Betroffen sind neben den kantonalen Angestellten auch die kantonalen und gemeindlichen Lehrpersonen. Das prioritäre Ziel besteht darin, die von breiten Kreisen (inkl. standespolitische Gruppierungen) als unzeitgemäss empfundene Regelung der Treue- und Erfahrungszulage (TREZ) zu verändern. Die TREZ soll dazu in die Löhne eingepflegt werden. Damit kann die Berufserfahrung von anwechselnden oder auch wieder einsteigenden Personen besser honoriert werden. Auch die Dienstaltersgeschenke sollen auf eine neue Grundlage gestellt werden (bis anhin gab es diese mit 25 bzw. 35 Berufsjahren). Für die Belange der Lehrpersonen besteht das Teilprojekt Lehrpersonen mit den beiden Arbeitsgruppen gemeindliche bzw. kantonale Lehrpersonen. Geleitet werden diese Arbeitsgruppen durch die Leiterin Amt für gemeindliche Schulen (inkl. Gemeindevertreter in der AG) sowie durch den Leiter Amt für Mittelschulen und Pädagogische Hochschule (inkl. Vertreter der Berufsschulen in der AG). Bei den Lehrpersonen sollen zusätzlich die Kündigungsfristen überprüft werden, wo gleich lange Spiesse für Arbeitgebende und Lehrpersonen das Ziel sind. Geprüft wird zudem die Einstufung der Kindergartenlehrpersonen bzw. die Möglichkeit, dass Kindergartenlehrpersonen mehr als 28 Lektionen arbeiten können, um auf die Lohnsumme einer Primarschullehrperson zu gelangen.»

Das Projekt Anstellungsbedingungen prägte auch die Diskussion bei einer weiteren ausserordentlichen Sitzung am 3. Juli 2020, an welcher wir erneut unsere Positionen zum Ausdruck brachten:

  • Gleichstellung von Kindergartenlehrpersonen bezüglich Lohn, Entlastung für die Klassenführung und Pensum mit Lehrpersonen der Primarstufe.
  • Gleichstellung von Lehrpersonen mit altrechtlicher Ausbildung auf der Sek I Stufe z. B. Fachlehrpersonen für WAH oder Gestalten
  • Angleichung der Unterrichtspflichtpensen von Lehrpersonen der Berufsschulen an jene der Gymnasien
  • Einbau der TREZ ins Lohnsystem ohne Verluste für die Angestellten
  • Reallohnerhöhung von 2.5 %
  • Problematik der befristeten Anstellungen bei Lehrpersonen
  • Abgeltung der Verbandsarbeit Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck für diese Anliegen einsetzen.
  • Angleichung der Pflichtpensen von Berufsfachschulen an das Gymnasium.

Rückblick auf die GV 2019

Rückblick auf die GV 2019

Am vergangenen Mittwoch, 25.09.2019 traf sich die Zuger Lehrerschaft zur 34. ordentlichen Generalversammlung des LVZ. Unter den 140 Teilnehmenden befanden sich zahlreiche Gäste aus der Politik, Standesvertretungen und weitere Akteure der Bildungslandschaft.

Wie jedes Jahr setzten sich Präsidentin Barbara Kurth-Weimer, das Präsidium und der Vorstand des LVZ für eine starke Bildung und für gute Arbeitsbedingungen für die Zuger Lehrerschaft ein. Einige ausgewählte Aktualitäten wie die Wahlen, die Arbeitszeiterhebung des LCH, die Reallohnforderung von 2.5% und das Projekt Anstellungsbedingungen wurden speziell thematisiert.

Der LVZ wollte die Kantonsräte nach der Wahl auf ihre Wahlversprechen ansprechen und persönliche Kontakte knüpfen. Deshalb hatten die drei grossen Personalverbände (LVZ, Staatspersonalverband, Verband Zuger Polizei) am 7. März 2019 die Kantonsratsmitglieder zu einem informellen Austausch und Apéro eingeladen. Rund 30 Kantonsräte nahmen sich nach der Kantonsratssitzung erfreulicherweise Zeit für unseren Anlass.

Der LCH hat in diesem Jahr die Ergebnisse der Arbeitszeiterhebung veröffentlicht. 11’000 Lehrpersonen hatten sich beteiligt und es hat sich gezeigt, dass im Lehrberuf viel Überzeit geleistet wird, die weder entlohnt noch kompensiert wird. Die Arbeitsleistung von Lehrpersonen findet nicht nur im Schulzimmer und nicht nur während der Schulwochen statt. Wichtig ist, dass wir einen guten Umgang mit Spitzenbelastungen haben. Der LVZ vertritt die Meinung, dass man Spitzenbelastungen am besten begegnet, indem man sich Arbeit und Freizeit möglichst frei einteilen kann.

In regelmässigen Abständen werden Zahlen zum frei verfügbaren Einkommen publiziert. Der Kanton Zug liegt dabei auf dem 19. Rang aller Kantone, da die hohen Wohnkosten bei weitem nicht durch tiefe Steuern kompensiert werden. An der letzten GV wurde aufgezeigt, dass sich für eine Kindergartenlehrperson mit einem Drittel des Einstiegslohns nur mit Glück eine Wohnung im Kanton Zug findet lässt. Der LVZ ist der Ansicht, dass sich Zuger Lehrpersonen das Leben im Kanton leisten können müssen und dass es an der Zeit ist, die Löhne generell anzupassen. Zusammen mit dem Verband Zuger Polizei und dem Staatspersonalverband hat der LVZ bei der Regierung eine generelle Reallohnforderung von 2.5% deponiert und eine entsprechende Medienmitteilung publiziert.

Nach einer kleinen Laudatio wurde Barbara Kurth mit Standing Ovation für zwei weitere Vereinsjahre als Präsidentin bestätigt. Die restlichen Mitglieder des Präsidiums wurden ebenfalls für zwei weitere Jahre gewählt. Die verschiedenen Vereinsgeschäfte wurden reibungslos abgewickelt, Ehrungen und Danksagungen adressiert.

Landammann und Bildungsdirektor Stephan Schleiss betonte in seiner Rede, dass es dem LVZ einmal mehr gelungen sei, einen konstruktiven Dialog zu etablieren und zu pflegen. Auch bedankte er sich bei der Präsidentin und beim Präsidium für die stets gute Zusammenarbeit.

Der Jugendchor Hünenberg und die Kinder- und Jugendchöre Cham sorgten für musikalische Abwechslung und ein feines Nachtessen mit Dessert rundete den erfreulichen Anlass ab.

 

Protokoll der Generalversammlung 2019 (PDF 167 KB)

 

 

Impressionen der GV 2019

Rückblick auf das Forum Gute Schulen Zug

Das Amt für gemeindliche Schulen und die Schulpräsidenten- und Rektorenkonferenz hatten am Samstag 11. Mai 2019 zum 12. Forum Gute Schulen zum Thema „Beurteilung“ eingeladen. Gäste waren der Bildungsdirektor Stephan Schleiss, die Mitglieder des Bildungsrats, der Bildungskommission und der Schulkommissionen sowie die Rektoren der gemeindlichen Schulen und der PHZug, Abteilungsleitende des AgS und Vertreter von LVZ, VSL Zug.

Im Zentrum der Tagung standen ein Referat von Dr. Markus Roos, Workshops zu den Grundsätzen von B&F mit anschließender Plenumsdiskussion. Tagungsthema: Wie kommt die Leistung ins Zeugnis?

DR. Markus Roos verstand es hervorragend mit seinem anspruchsvollen und spannenden Referat die vielfältigen Spannungsfelder der Leistungsbeurteilung durch Noten im Schulkontext aufzuzeigen. Anschaulich gelang es ihm, die bestehenden und neuen Gütekriterien für wissenschaftliche Messungen zu vermitteln und die damit verbundenen Ansprüche an genaue und umfassende Beurteilung zu klären. Eindrücklich flocht er die damit verbundenen Widersprüche und Schwierigkeiten ein, belegt durch Studien und empirische Forschungsergebnisse.

Hier ein Auszug aus seiner Präsentation als Gegenüberstellung: Was können Noten leisten?

  • Noten sind für die Lehrpersonen – verglichen mit anderen Formen der Beurteilung – mit relativ geringem Aufwand verbunden.
  • Untersuchungen zeigen, dass die Noten die Rangreihenfolge der Kinder innerhalb einer Klasse erstaunlich gut abbilden.
  • Noten dienen den Eltern als «Frühwarnsystem».
  • Als Zahl sind die Noten scheinbar eindeutig und klar verständlich (5 ist besser als 4).
  • Mit Noten «kann man» rechnen und ver-gleichen – sie sind praktisch.
  • Noten können (auf leistungsfähige Kinder) motivierend wirken.
  • Noten erleichtern eine reibungslose Selektion, weil die Eltern (und manche Lehrpersonen) daran glauben – so sichern sie den sozialen Frieden.
  • Noten gewöhnen die Kinder an den Wettbewerb in einer sog. Leistungs-gesellschaft (abnehmende Schulen, Arbeitsmarkt).
  • Noten dienen als Signal, dass es in der Schule um Leistung geht (keine «Kuschel-pädagogik»).
  • Noten sind uns vertraut, haben Tradition

Was können Noten nicht leisten?

  • Noten haben einen Messfehler von ca. +/- eine Note: Eine Fünf kann also auch eine Drei sein (bei anderem Unterricht, anderer Überprüfung, anderer Lehrperson, anderer Tagesform usw.).
  • Sobald eine Note das Schulzimmer verlässt, verliert sie ihren Wert weitgehend, weil sie nicht mit Noten anderer Klassen, Gemeinden, Kantone, Länder vergleichbar ist (keine Eichung).
  • Noten sind scheingenau und liefern keine sachliche (objektive, reliable, valide) Begründung für Selektionsentscheide.
  • Noten können die Kinder nicht für die Sache begeistern (intrinsische Motivation) oder alle Kinder – auch die schwächeren – motivieren.
  • Noten machen keine Aussage, was ein Kind wirklich kann (was kann ein Viertklässler mit einer 5 im Sport am Reck?) und wie es sich verbessern könnte.
  • Noten sind mit sehr vielen Funktionen (Motivation, Bilanz, Selektion, Feedback, Druckmittel...) überfrachtet, so dass sie am Ende keine Funktion erfüllen.
  • Noten leiten die Lehrperson nicht dazu an, genau hinzuschauen.
  • Noten führen tendenziell zu einer Verengung des Unterrichts, weil sich Lehrpersonen genötigt fühlen, v.a. leicht Prüfbares zu unterrichten.

Zusammengefasst darf man sagen, dass die Note im Zeugnis Auskunft darüber gibt, was die Lehrperson unter Leistung versteht. Gleichzeitig liefert sie aber auch Informationen darüber, wie streng eine Lehrperson beurteilt, wie gut die Klasse ist, welchen sozialen Hintergrund ein Kind hat und vieles mehr. Wobei der Anteil der zuletzt genannten Komponenten im Einzelfall unklar bleibt. Als Folge der ungenauen und subjektiven Anteile einer Note propagiert Markus Roos, die Noten als auf eine Ziffer verdichtete Gutachten von Lehrpersonen zu betrachten. In Workshops, von den Rektoren oder Schulleitenden der einzelnen Gemeinden geleitetet, setzten sich die Teilnehmer mit den Grundsätzen von „Beurteilen und Fördern“ auseinander. In der anschließenden Diskussion im Plenarsaal in Form einer Fishbowl-Podiumsdiskussion zum Themenkreis der Beurteilung und der Noten konnte jedermann sich mit Fragen und Statements (mittels Smartphone) beteiligen. Der gut besuchte Anlass, inhaltlich reich befrachtet zu einem permanent aktuellen Thema der Volksschule schloss mit Zeit für persönliche Gespräche bei einem Apéro riche.

Apero mit Kantonsratsmitgliedern

Die Kantonsratswahlen sind vorbei und die Verbände wollten die Kantonsräte an die Wahlversprechen erinnern. Die drei grossen Personalverbände (LVZ, Staatspersonalverband, Verband Zuger Polizei) haben die Kantonsräte am 7. März zu einem informellen Austausch und Apero eingeladen. Rund 30 Kantonsräte nahmen sich erfreulicherweise die Zeit, nach der Kantonsratssitzung im Rathaus Zug, an diesem Anlass teilzunehmen.

Die Veranstaltung war ein Erfolg. Einerseits stellte sich jeder Verband kurz vor und andrerseits konnten beim informellen Austausch konstruktive Kontakte geknüpft werden. Ziel des Abends war, den Anwesenden die Anliegen der Verbände näher zu bringen.

Kantonsratsapero im Gotischer Saal des Zuger Rathauses

Zum zehnjährigen Jubiläum der Lohnstagnation

Die Einstiegslöhne der Lehrpersonen im Kanton Zug haben sich seit 10 Jahren nicht verändert und sind aufgrund der leicht negativen Teuerung auf den Franken genau unverändert geblieben. Zentralplus hat einen Bericht zu diesem Thema verfasst.

Pikant: Die Lebenshaltungskosten im Kanton Zug sind heute spürbar höher, da Wohneigentum und Mieten in diesem Zeitraum überdurchschnittlich stark gestiegen sind.

Bericht von Zentralplus

Delegiertenversammlung in Zug

Delegiertenversammlung in Zug Dagmar Rösler

Die Weichen sind gestellt: An der Delegiertenversammlung LCH vom 16. Juni 2018 in Zug wurde die Nachfolge von Beat W. Zemp, Zentralpräsident LCH, geregelt. Die Delegierten haben Dagmar Rösler zur neuen Zentralpräsidentin gewählt. Als praktizierende Lehrerin und Präsidentin des Verbands Lehrerinnen und Lehrer Solothurn (LSO) verfügt sie sowohl über einen eindrücklichen Leistungsnachweis als auch über viel Führungserfahrung. Sie wird das Zentralpräsidium per 1. August 2019 übernehmen und hat bis dahin Zeit, ihr Unterrichtspensum auf das Schuljahr 2019/2020 entsprechend anzupassen.

v.l. LCH Präsident Beat W. Zemp, LVZ Präsidentin Barbara Kurth, Regierungsrat Stephan Schleiss

Barbara Kurth hielt eine eindrückliche Ansprache, in welcher sie auf den Reichtum und die Vorteile des Kantons hinwies und gleichzeitig auch darauf aufmerksam machte, dass der Reichtum dennoch nicht immer und für alle Menschen des Kantons gleichermassen spürbar ist.

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